Recht von A bis Z

Turnbefreiung

Rechtsgrundlage: § 11 Abs. 6 SchUG; Verordnung über die Befreiung von der Teilnahme an einzelnen Pflichtgegenständen und verbindlichen Übungen. Siehe auch „Befreiung von Pflichtgegenständen"

  • Auf Ansuchen des Schülers oder von Amts wegen hat der Schulleiter einen Schüler von der Teilnahme an einzelnen Pflichtgegenständen und verbindlichen Übungen ohne oder mit Auflage von Prüfungen zu befreien, wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen daran nicht teilnehmen kann. Der Schulleiter kann im Zweifelsfall hiefür die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen. Da dieses ärztliche Zeugnis die Grundlage für eine Entscheidung darstellt, hat dieses die Inhalte eines Gutachtens zu enthalten, das heißt die Aufnahme des Sachverhaltes (das in diesem Zusammenhang maßgebliche Gesundheitsbild des Schülers) und die sich daraus ergebenden medizinischen Schlussfolgerungen.
  • Gem. der Verordnung über die Befreiung von der Teilnahme an einzelnen Pflichtgegenständen und verbindlichen Übungen sind Schüler, die durch ein körperliches Gebrechen an der Teilnahme am Unterricht in einzelnen Pflichtgegenständen oder verbindlichen Übungen wesentlich behindert sind oder deren Gesundheit durch die Teilnahme gefährdet wäre, nach Maßgabe der in der Verordnung festgelegten Bestimmungen von der Teilnahme am Unterricht zu befreien, wobei die Eigenschaft eines ordentlichen Schülers nicht verloren wird, soweit die Befreiung die in den §§ 2 bis 5 der Verordnung gesetzten Fristen nicht übersteigt und allfällig dort vorgeschriebene Prüfungen abgelegt werden.
  • Die Befreiung von Pflichtgegenständen bedeutet, dass der Pflichtgegenstand für den Schüler nicht besteht. Sofern daher bei der Befreiung die in der Verordnung enthaltenen Voraussetzungen für die Beibehaltung der Eigenschaft als ordentlicher Schüler erfüllt werden, hindert eine allfällige Nichtbeurteilung am Ende des Schuljahres das Aufsteigen nicht. Die Befreiung von Pflichtgegenständen ist jedoch gern. § 22 Abs. 3 SchUG im Zeugnis zu vermerken.
  • Bei der Gewährung von Befreiungen ist ein strenger Maßstab anzulegen. Es ist dabei zu erwägen, ob dem Schüler bei einer individuellen Behandlung, insbesondere bei Nachsicht bestimmter Fertigkeitsleistungen, die Teilnahme am Unterricht möglich wäre.
  • Im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport und in der verbindlichen Übung Bewegung und Sport ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die körperliche Durchbildung aller Schüler, insbesondere der schwächlichen oder behinderten, aus medizinischen und pädagogischen Gründen von größter Wichtigkeit ist.
  • Die Befreiung ist für die voraussichtliche Dauer der Behinderung zu gewähren. Ist ein Schüler in einem Schuljahr von der Teilnahme am Unterricht in einzelnen Pflichtgegenständen oder verbindlichen Übungen befreit und besteht der Behinderungsgrund über die Dauer eines Schuljahres hinaus, so ist am Beginn eines jeden Schuljahres zu überprüfen, ob der Behinderungsgrund noch vorliegt. Nach Wegfall des Behinderungsgrundes ist die Befreiung aufzuheben.

(Zuletzt aktualisiert: Jänner 2022)